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Blieskastel

Blieskastel
Einwohner 2.689

Blieskastel liegt im Bliesgau, in den Auen der unteren Blies, am Übergang vom Buntsandstein zum fruchtbaren Muschelkalk. Die Region ist seit der Vor- und Frühgeschichte besiedelt. Bedeutende Zeugnisse sind steinzeitliche Funde sowie der Gollenstein, ein etwa 7 m hoher Menhir aus der Zeit vor rund 5.000 Jahren und größter seiner Art in Mitteleuropa.

Die erste urkundliche Erwähnung Blieskastels stammt aus dem Jahr 1098. Mittelpunkt der mittelalterlichen Siedlung war eine Burg auf dem Schlossberg, die der Stadt ihren Namen gab. Blieskastel entwickelte sich zu einem Marktflecken mit wechselnden Herrschaftsverhältnissen, unter anderem unter Lothringen, Metz und Kurtrier. Die Burg wurde 1522 im Zuge einer Fehde zerstört, und der Dreißigjährige Krieg führte zu massiver Verwüstung und Entvölkerung. Der Wiederaufbau im späten 17. Jahrhundert spiegelt sich bis heute in Bauwerken wie der Heilig-Kreuz-Kapelle, dem Herkulesbrunnen und der Wallfahrtsstätte mit der Pfeilen-Madonna wider.

Ab 1660 prägten die Reichsfreiherren von der Leyen die Entwicklung der Stadt. Besonders unter Reichsgraf Franz Karl von der Leyen wurde Blieskastel im 18. Jahrhundert zu einer barocken Residenzstadt ausgebaut. In dieser Zeit entstanden die Schlosskirche, Klosteranlagen, der Paradeplatz sowie zahlreiche repräsentative Bürger- und Hofratshäuser. Obwohl das Schloss während der Französischen Revolution geplündert und schließlich abgetragen wurde, sind Reste wie die Schlossmauer und die Orangerie erhalten. Mit heute rund 154 Einzeldenkmälern besitzt Blieskastel die höchste Denkmaldichte im Saarland.

Im 19. Jahrhundert gehörte Blieskastel zur bayerischen Rheinpfalz. Zeugnisse dieser Epoche sind unter anderem die Maximilianssäule, historische Lindenpflanzungen, das königlich-bayerische Rentamt und die evangelische Kirche. Die Eisenbahn prägte die Stadt von 1879 bis 1991; auf der ehemaligen Bahntrasse entstand der stark frequentierte Bliestal-Freizeitweg.

Im 20. Jahrhundert blieb Blieskastel ein bedeutender Wallfahrtsort, unter anderem durch den Bau des Kapuzinerklosters. Die Stadt war von Evakuierungen im Zweiten Weltkrieg betroffen, erlebte jedoch nach 1945 einen erneuten Wandel und Ausbau. Heute befinden sich auf dem ehemaligen Schlossgelände Bildungseinrichtungen.

Blieskastel verbindet historisches Erbe mit nachhaltiger Entwicklung: Seit 2009 liegt die Stadt im UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau, ist Mitglied der Barockstraße Saarpfalz und wurde 2011 als erste saarländische Stadt in das Netzwerk "Cittàslow" aufgenommen. Projekte wie die "Essbare Stadt", der Bürgergarten und die ökologische Aufwertung der Blies unterstreichen den hohen Freizeit- und Erholungswert.

Seit der Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 gehören mehrere Orte als Stadtteile zu Blieskastel.
Die Gesamtstadt zählt heute rund 20.600 Einwohner.