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Wolfersheim

Wolfersheim
Einwohner 423

Idyllisch auf der rechten Seite der Blies am östlichen Hang des Kalbenberges gelegen, öffnet sich von Wolfersheim der weite Blick über den Bliesgau. Der alte Dorfkern rund um die Kirche zeugt von einer langen Geschichte: 1274 erstmals als "Wolfirsheym" erwähnt, geht der Name auf den fränkischen Sippenführer Wolfhari zurück. Über Jahrhunderte war der Ort im Besitz verschiedener geistlicher und weltlicher Herren, bevor er im 18. Jahrhundert an die Gräfin Marianne von der Leyen kam.

Bis heute ist Wolfersheim bäuerlich geprägt. Als klassisches Straßendorf verläuft die Hauptstraße seit dem Mittelalter parallel zum Hang - auf der Grenze fruchtbarer Muschelkalkböden. Entlang dieser Achse entfaltet sich ein harmonisches Ortsbild: Wohnhäuser des 20. Jahrhunderts an den Eingängen, Bauernhäuser des 19. Jahrhunderts und schließlich der historische Kern mit dicht gereihten Anwesen des 18. Jahrhunderts. Besonders typisch sind die "südwestdeutschen Einhäuser", bei denen Wohn- und Wirtschaftsteil unter einem Dach vereint sind. Liebevoll restaurierte Höfe, Zweiseit- und Hakenhöfe sowie einzelne Parallelgehöfte unterstreichen den geschlossenen, authentischen Charakter des Dorfes.

Die protestantische Kirche - ehemals St. Stephan - prägt das Ortsbild mit ihrem gotischen Chorturm aus dem 14. Jahrhundert. Das barocke Kirchenschiff von 1754 wurde nach schweren Kriegsschäden sorgfältig restauriert. Eine Besonderheit ist die Glocke mit der Inschrift zur Saarabstimmung von 1935, die als seltenes historisches Zeugnis erhalten blieb.

Alte Nuss- und Kastanienbäume, ergänzt durch zahlreiche Neupflanzungen, verleihen Wolfersheim seinen grünen Rahmen. Streuobstwiesen mit Kirschen, Zwetschgen, Birnen und Äpfeln prägen die Umgebung. Aus ihren Früchten entsteht in der örtlichen Brennerei ein hochwertiger Schnaps, der weit über die Region hinaus geschätzt wird.

Auch archäologisch ist Wolfersheim bedeutend: Auf dem Höhenrücken Richtung Rubenheim liegt eine hallstattzeitliche Grabhügelgruppe (ca. 800 -500 v. Chr.). Ein nahezu zwei Meter großes Skelett aus einem keltischen Fürstengrab ging als "Wolfersheimer Riese" in die Fachwelt ein.

1997 wurde Wolfersheim als "Schönstes Dorf im Saarland" ausgezeichnet, 2004 folgte Gold auf Bundesebene beim Wettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf soll leben".

Heute präsentiert sich Wolfersheim als lebendiges, gepflegtes Dorf und als echtes Schmuckstück der Biosphäre Bliesgau - traditionsbewusst, naturnah und voller Charme.