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Netze

Netze

Der Stadtteil Netze mit seinen rund 590 Einwohnern liegt im südwestlichen Gemarkungsbereich der Nationalparkstadt Waldeck und grenzt an die Nachbarkommunen Edertal und Naumburg.
Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Netze erfolgte unter dem Namen Nezehe in einer Urkunde des Erzbistums Mainz; sie wird in die Zeit 1118 bis 1137 datiert. Wegen seiner günstigen Lage in einem geschützten Tal mit genügend Wasserläufen (die Netze, die bei Mehlen in die Eder mündet, die Fombach und der Meierbach) ist anzunehmen, dass hier schon in vorgeschichtlicher Zeit Menschen lebten. Diese These belegen einige prähistorische Funde von 6.000 bis 7.000 Jahre alten Steinbeilen und Steinklingen. Der Dreißigjährige Krieg (1618 bis 1648) traf den Ort aufgrund seiner strategischen Lage hart. Von 72 Wohnstätten im Jahre 1618 waren bei Kriegsende nur noch 22 bewohnbar, und nur noch 13 Männer lebten im Ort. Der Siebenjährige Krieg war für Netze noch verheerender. Im März 1761 fand ein Gefecht zwischen französischen Truppen einerseits und schwedischen und britischen Truppen andererseits an den "Schanzen am Tiergarten" statt. Im Anschluss zerstörten mehr als 2.000 Franzosen nahezu das gesamte Dorf.

Im Jahre 1701 ließ Graf Friedrich Anton Ulrich von Waldeck und Pyrmont am nordwestlichen Rand des Netzer Tiergartens das Jagdschloss Friedrichsthal erbauen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde das dazugehörige Gut in eine Domäne umgewandelt.
Bei deren Aufteilung und Neubesiedlung im Jahre 1922 entstand das kleine Dorf Selbach.

Sehenswert ist die ehemalige Klosterkirche "St. Maria und die Vier Gekrönten" mit einer der ältesten noch heute in Deutschland geläuteten Glocken. Heute ist Netze nicht nur ein Ort mit Geschichte, sondern auch mit einem aktiven Vereins- und
Geschäftsleben.