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Klimaschutz in Worms:

Warum ist das für Worms relevant?

Die Bewältigung der globalen Klimakrise ist die zentrale ökologische, soziale und wirtschaftliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Die Hauptursachen der Erderwärmung liegen im wachsenden Energieverbrauch und der Verbrennung fossiler Rohstoffe sowie den damit verbundenen CO2-Emissionen. Bereits heute zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels die auch in Worms spürbar sind. Daher gilt es, den Energieverbrauch zu reduzieren, die Energieeffizienz zu steigern und den Ausbau regenerativer Energieträger konsequent voranzutreiben, um den Ausstoß an Treibhausgasemissionen drastisch und nachhaltig zu verringern. Wie viele andere Städte hat sich auch die Stadt Worms zu den Zielen des Landes verpflichtet. Zur Erreichung dieser Klimaschutzziele auf lokaler Ebene sind Anstrengungen aller Akteurinnen und Akteure wie Industrieunternehmen, Organisationen und Einwohnerinnen und Einwohner in Worms notwendig. Jede und jeder mit ihren jeweiligen Möglichkeiten und Einflussbereichen muss den eigenen Beitrag leisten, denn Klimaschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

Internet: www.klimaschutz.worms.de

Ziele, Maßnahmen & Konzept im Wormser Klimaschutz

Durch den Beitritt zum Klima-Bündnis im Jahr 2006 verfolgt die Stadt Worms das Ziel, alle fünf Jahre ihren CO2-Ausstoß um 10 % zu reduzieren. Im Jahr 2023 hat die Stadt Worms den Kommunalen Klimapakt RLP unterzeichnet und sich damit als eine der Vorreiterkommunen den Klimaschutzzielen der Landesregierung (THG-Neutralität bis 2035 - 40) verpflichtet. Um diese Ziele zu erreichen wird in Worms die Strategie des Energie-Dreisprungs verfolgt. Daher wird bei der Planung von Maßnahmen für effektiven Klimaschutz folgende Herangehensweise gewählt. Zuerst liegt der Fokus auf der Suffizienz, d. h. Energie- und Ressourcenverbräuche sollen vermieden werden, um den Bedarf an Energie zu senken. Danach wird geschaut, wie der nötige Energieaufwand reduziert werden kann, damit die benötigte Energie sparsam eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass die Effizienz gesteigert wird. Zum Schluss wird darauf geschaut, wie der verbleibende Energiebedarf aus erneuerbaren Quellen erzeugt werden kann, also konsistent ist.

Die Klimaziele wurden in fünf Handlungsfelder entlang des Energie-3-Sprungs übertragen und so nochmal 22 Teilziele identifiziert und 141 Maßnahmen identifiziert. Durch deren Umsetzung soll die Erreichung der Klimaziele in Worms ermöglicht werden. Die Maßnahmen basieren auf Ideen einer Online-Bürgerbeteiligung und wurden gemeinsam mit verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in Arbeitsgruppen-Workshops ausgearbeitet.
  1. Verwaltungsinterne Aktivitäten
  2. Erneuerbare Energien
  3. Energieeffizienz
  4. Mobilität
  5. Öffentlichkeits- & Netzwerkarbeit
Die fünf Handlungsfelder im kommunalen Klimaschutz in Worms.

Die Erkenntnisse flossen in die Fortschreibung des Klimaschutz- und Energieeffizienzkonzeptes (KLIK²) ein. Dort werden vier zentrale Hebel identifiziert, mit denen die Stadtverwaltung den Klimaschutz in Worms vorantreiben kann. Ein Aspekt ist die Einsparung kommunaler Energieverbräuche sowie Nutzung der Vorbildfunktion der Verwaltung. Die Möglichkeiten reichen von der Anpassung der Beschaffungsstrategie, über die energetische Sanierung der kommunalen Gebäude bis zur Installation von Solaranlagen auf städtischen Gebäuden. Zweitens können die Infrastruktur und die Angebote angepasst werden, um energiesparende Verhaltensweisen zu ermöglichen. Hier zu erwähnen sind der städtische Busverkehr und der städtische Wohnungsbestand. Auch strukturelle und ordnungsrechtliche Rahmenbedingungen können angepasst werden. Ein zentrales Projekt in dem Zusammenhang ist die kommunale Wärmeplanung. Abschließend hat die Stadt die Aufgabe, den Austausch in der Stadt voranzutreiben und die Menschen zu motivieren. Dazu zählen diverse Informationsveranstaltungen, Arbeitsgruppen-Treffen und runde Tische.

Internet: www.klik.worms.de

Wie schneidet Worms bei den Energieverbräuchen und Treibhausgasemissionen ab?

Bei einer Betrachtung der Endenergieverbräuche zwischen 2011 und 2021 können folgende Beobachtungen gemacht werden: Während der Endenergieverbrauch zwischen 2011 und 2016 in wenigen Jahren um fast zwei Drittel zugenommen hat, flacht der Verbrauch in 2017 und 2018 etwas ab und sinkt im Jahr 2019 erstmalig nach 2015. Die Jahre 2020 und 2021 zeigen einen Rückgang der Endenergieverbräuche auf ca. 4.200 GWh.

Bei Betrachtung der einzelnen Verbrauchssektoren wird deutlich, in welchen Verhältnissen die einzelnen Sektoren zueinanderstehen und wie dominant und damit sehr einflussreich die Endenergieverbräuche des Sektors Industrie sind. Diese lassen sich mit der hohen regionalen Bedeutung des Wormser Industriestandorts ergeben, welche Worms über die Stadt hinaus zu einem wichtigen Wirtschaftsstandort machen.

Die Energieverbräuche in diesem Sektor unterliegen starken Schwankungen, welche mit den wirtschaftlichen Entwicklungen in diesem Bereich zusammenhängen. In den anderen vier Sektoren ist der Energieverbrauch kontinuierlich leicht zurückgegangen, zwischen 2011 und 2019 um ca. 6 %.

Über die komplette Zeitreihe wurden im Sektor Private Haushalte mehr als 13 % und bei Gewerbe, Handel, Dienstleistungen knapp 10 % des Endenergieverbrauchs im Vergleich zum Jahr 2011 vermieden. Eine leichte Steigerung von einem halben Prozentpunkt zwischen 2011 und 2019 erfolgte im Sektor Verkehr. Hier ist die Zeitreihe nur bis 2019 aussagekräftig. Grund dafür sind die Auswirkungen der COVID19-Pandemie mit den Einschränkungen im Verkehrsbereich durch diverse Lockdowns und Homeoffice.
  • Strom 13 %
  • Verkehr 12 %
  • Wärme 71 %
Energieverbrauch 2021 aufgeteilt nach Anwendungen (Zweck des Energieverbrauchs)

Bei Betrachtung der Anwendungen (Zwecke des Energieverbrauchs) wird deutlich, dass die Wärmeanwendungen die Wormser Bilanzergebnisse dominieren, von denen ein sehr großer Anteil aller Anwendungen weiterhin aus fossilen Energieträgern gespeist werden.

So wird deutlich, dass für eine treibhausgasneutrale Stadt Worms noch große Schritte zu gehen sind. Zudem besteht aber auch ein hohes Potenzial, das genutzt werden muss.

Dazu zählt ein weiteres konsequentes Voranbringen der Energiewende durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien mit dem Fokus auf potenzielle Dachflächen und versiegelte Flächen, das Vorantreiben der Wärmewende auf Basis Erneuerbarer Energien durch die Nutzung von Abwärme und einen Energieträgerwechsel sowie eine sozialverträgliche Mobilitätswende. Zudem erhält die Effizienzwende durch die energetische Sanierung eine wichtige Bedeutung zu. Der Industriesektor macht in Worms einen höheren Anteil als in vergleichbaren Städten aus, weshalb diesem Bereich einerseits eine hohe Verantwortung zukommt und andererseits verdeutlicht, dass dort ein hohes Potenzial durch Energieverbrauchsvermeidung, Solarausbau und Abwärmenutzung genutzt werden kann. Einerseits hat jedwede Reduktion und Vermeidung in allen Sektoren eine positive Auswirkung auf dem Weg zur Zielerreichung. Andererseits tragen alle Sektoren gleichermaßen Verantwortung für die eigenen Verbräuche und Emissionen.

Internet: www.co2.worms.de